Seit dem Wiedervereinigung genannten Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland feiert sich dieser Staat und ein Großteil der ihm als Nation unterworfenen Menschen am 3. Oktober selbst. Verschiedene linke Gruppen rufen dazu auf, diesen Anlass zu nutzen um auch dieses Jahr das nationalistische Spektakel nicht unwidersprochen geschehen zu lassen.
- Am 2. Oktober findet in Saarbrücken unter dem Motto: “No love for the Nation! - Gegen Deutschland und seine Freunde!” eine bundesweite Demonstration gegen die Einheitsfeierlichkeiten der BRD am darauffolgenden Tage statt.
Aufruf / Infomaterial / etc. unter: http://2oktober09.tk/
- Am 10. Oktober findet in Leipzig unter dem Motto: “Still not lovin` Germany” eine bundesweite Demonstration gegen die Feierlichkeiten des sechzigstes Jahrestag der BRD-Gründung sowie die sich nun zum zwanzigsten Mal jährende »Friedliche Revolution«.
Aufruf / Infomaterial / etc. unter: http://antide2009.blogsport.de/
Wir finden die Demonstrationen erst einmal eine gute Idee. Nicht zuletzt, weil ein Großteil der Linken in Deutschland, etwa weite Teile der Linkspartei, immer noch der (antiimperialistischen) Ideologie von Staat, Volk und „nationaler Befreiung“ anhängt. Nur leider sind die ohnehin allzu spärlichen Aktionen der Linken in Deutschland gegen die nationalen Inszenierungen häufig Ausdruck einer bloß noch identitären Beschäftigung mit der Funktionsweise von Staat, Nation und Kapital im Allgemeinen sowie dem aktuell hegemonialen Nationalismus im Besonderen.
Darum haben wir und die Autonome Antifa [F] unter dem Motto: “Gegen Deutschland helfen keine Gedichte!“ nochmal einige Gedanken wie ein Antinationalismus heute in Theorie und Praxis aussehen sollte – und wie nicht zusammengefasst.


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